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Reiseimpfungen für Kinder

  • Autorenbild: Julia
    Julia
  • 28. Mai 2025
  • 12 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Mai 2025


Street Food gehört für viele einfach dazu, birgt aber auch Risiken - einige lassen sich durch Impfungen eindämmen
Street Food gehört für viele einfach dazu, birgt aber auch Risiken - einige lassen sich durch Impfungen eindämmen

Welche Impfungen gibt es? Ab welchem Alter kann man sie geben?

Erfahrt hier alles, was ihr über Reiseimpfungen im Kindesalter wissen müsst.


Wichtig: Einige Impfungen brauchen etwas Vorlaufzeit, um einen adäquaten Impfschutz zu bieten. Informiert euch also immer so früh wie möglich und macht entsprechende Termine.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Impfabstände dürfen meistens überschritten, aber in der Regel nie unterschritten werden, weil das Immunsystem sonst keinen richtigen Schutz aufbauen kann.


Inhalt:




Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten:


Wir reden hier zwar in erster Linie über Reiseimpfungen, sollten dabei aber nicht vergessen, dass euer Nachwuchs auch die Routineimpfungen haben sollte, wenn es auf Reisen geht.

Während wir in Deutschland (noch) von einer recht passablen Herdenimmunität profitieren, ist das in anderen Ländern nicht unbedingt der Fall. Eine Grundimmunisierung für Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung und Masern ist wichtig, genauso wie für Meningokokken (bitte denkt auch an die Meningokokken-B-Impfung, die es erst kürzlich in die Impfempfehlungen geschafft hat).

Was manchmal im Alltagsstress in Vergessenheit gerät: ab 5 bzw. ab 9 und dann wieder ab 18 Jahren stehen Auffrischimpfungen an!


Den aktuellen Impfplan der STIKO findet ihr auf den Seiten des rki:



Hepatitis A:


Diese Impfung wird euch vermutlich schon über den Weg gelaufen sein, denn auch bei Reisen nach Süd- oder Osteuropa macht sie bereits Sinn.


Hepatitis A ist eine Virusinfektion mit dem Hepatitis-A-Virus, das vor allem über Schmierinfektionen oder verunreinigtes Trinkwasser und Nahrungsmittel übertragen wird. Nach 2 Wochen (es kann auch deutlich länger dauern) kommt es zu Symptomen wie Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Gelbsucht.

Bei kleinen Kindern verläuft die Erkrankung in der Regel eher harmlos, die schwereren Fälle treten eher bei den über 40 Jährigen auf.


Diese Impfung ist super unkompliziert, weil man sie auch kurz vor einer Reise noch impfen kann und mit nur einer Impfung einen Impfschutz von 95% nach 2 Wochen erhält. Die 2. Impfung nach 6 Monaten gilt als Auffrischimpfung und dient für einen Langzeitschutz (es wird von einem Schutz bis zu 40 Jahren ausgegangen).

Nebenwirkungen sind meistens eher milde - Schmerzen, Rötungen und Schwellungen können an der Einstichstelle auftreten, auch kann es zu grippeähnlichen Beschwerden kommen, die meist nach 1-3 Tagen wieder verschwinden.

Für Kinder ist die Impfung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr zugelassen


Solltet ihr allerdings einen Kombinationsimpfstoff mit einem Hepatitis-B-Impfstoff wählen, braucht ihr insgesamt drei Dosen für einen adäquaten Impfschutz (Tag 0 - nach 1 Monat - 6 Monate nach erster Impfung; für Erwachsene gibt es auch ein schnelleres Schema). Zulassung auch hier ab einem Jahr (da Hepatitis B allerdings in den Standardimpfungen für Kinder enthalten ist, braucht ihr euch mit dieser Impfung meist nicht auseinandersetzen, außer vielleicht bei größeren Kindern).



FSME (Frühsommermeningoencephalitis):


Diese Impfung wird nach und nach fast schon zu einer Standardimpfung in Deutschland. Vielleicht kennt ihr die Karte mit den Risikogebieten, deren Grenze einmal quer durch Deutschland verläuft, aber ehrlich gesagt auch immer weiter nach Norden rückt.

Wenn ihr gerne in der Natur seid, denkt grundsätzlich darüber nach, euch und eure Kinder impfen zu lassen.


Die FSME wird durch Zecken übertragen und im Gegensatz zu den Borrelioseerregern sofort nach Biss der Zecke ins Blut abgegeben. Es ist also egal, wie schnell ihr das Viech entdeckt und entfernt. Die Wahrscheinlichkeit, in Risikogebieten an eine mit FSME befallene Zecke zu geraten, ist nicht riesig: ca. 1-5% der Zecken tragen das Virus in sich. Die meisten Menschen entwickeln gar keine oder nur leichte, grippeartige Symptome (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen) 1-3 Wochen nach dem Zeckenbiss. Die Krankheit heilt dann häufig von alleine wieder aus. In seltenen Fällen kommt es zu einer schweren Verlaufsform mit Beteiligung des Zentralen Nervensystems oder Rückenmarks, das aber eher bei Erwachsenen.


Die Impfung bietet einen sehr guten Schutz (95%) und besteht aus 3 Impfungen für die Grundimmunisierung. 2 Wochen nach der 2. Impfung besteht meist schon ein guter Schutz.

Je nach Impfstoff erfolgt die Impfung nach folgendem Schema: Tag 0 + 2 Wochen bis 3 Monate + 5 bis 12 Monaten. Eine Auffrischimpfung wird alle 3-5 Jahr empfohlen.

Eine Impfung ist ab dem vollendeten 1. Lebensjahr notwendig.

Es handelt sich um einen Totimpfstoff. Als Nebenwirkungen können Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle auftreten. Außerdem kann es zu leichten grippeartigen Beschwerden kommen. Vor allem bei unter Dreijährigen besteht das Risiko für Nebenwirkungen (Fieber bei ca. jedem 6. Kind).


An dieser Stelle ein kurzer Hinweis zu Ibuprofen und Paracetamol, das viele Eltern gerne vorsorglich verschrieben haben wollen, falls das Kind nach einer Infektion fiebert: Dieses sollte nicht vorsorglich gegeben werden, um Impfreaktionen zu vermeiden, da man weiß, dass diese Stoffe die Bildung der Antikörper durch unser Immunsystem hemmen können.


Und zum Schluss: Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die Impfung, sofern ein Risiko besteht (z.B. Reise in ein Risikogebiet oder wenn ihr dort eh schon wohnt).



Gelbfieber


Irgendwie ist die ganze Impfung spannend. Erstmal kann sie nur von bestimmten zertifizierten Ärzten verimpft werden. Im Anschluss gibt es ein "Zertifikat" - das im Endeffekt aus einem Stempel im Impfpass besteht (wir haben auch zweimal nachgefragt, ob das wirklich reicht). Dann müsst ihr die Gelbfieberimpfung manchmal vorweisen, wenn ihr aus bestimmten Risikoländern in andere Länder einreist, auch wenn ihr dort möglicherweise gar keinem reellen Risiko ausgesetzt ward.


Wo haben wir also damit zu tun? Schaut man sich die Risikokarte an, findet man eine Art Gelbfiebergürtel, der vor allem im äquatorialen Afrika und in Süd- und teilweise auch Mittelamerika zu finden ist. Asien hat mit Gelbfieber tatsächlich keine Probleme.


Verursacht wird Gelbfieber durch das Gelbfiebervirus, das hauptsächlich von einer tagaktiven Stechmücke übertragen wird. Diese bevorzugt städtische Gebiete, hier kommt es zu Übertragungen von Mensch zu Mensch, wohingegen in ländlicheren Gebieten/ im Dschungel die Übertragung vom Affen zum Menschen wichtig ist. Die Mücken fühlen sich nur bis zu einer Höhe von 2500 m wohl.


Häufig zeigen sich nach einer Infektion nur milde Symptome, bei 15% kann es aber zu schweren Verläufen kommen (Leber- und Nierenversagen, Blutungen der Haut und Organe). Die Gesamtsterblichkeit liegt bei 10-20%. Da es keine ursächliche Behandlung gibt, sollte man die Erkrankung unbedingt ernst nehmen.


Und in diesem Zusammenhang würde ich tatsächlich auch davon abraten, mit ungeimpften Kindern in ein Gelbfiebergebiet zu reisen. Der Gelbfieberimpfstoff ist ab einem Alter von 9 Monaten zugelassen und bis zu einem Alter von 6 Monaten nicht erlaubt. Dazwischen sollte das Baby nur nach sehr strenger Risiko-Nutzen-Abwägung geimpft werden.

Sollte eine Reise unter 6 Monaten absolut unumgänglich sein (und ansonsten natürlich auch), sollte auf einen lückenlosen Mückenschutz geachtet werden. Aber, wie gesagt, in dieser Altersgruppe sind sich eigentlich die meisten Quellen einig: setzt eure Kinder diesem Risiko nicht aus.


Die Impfung sollte bzw. muss bei bestimmten Einreisevorschriften 10 Tage vor Antritt der Reise durchgeführt und dokumentiert werden. Der Schutz liegt bei nahezu 100%. Eine Auffrischung wird in der Regel nach zehn Jahren empfohlen, wenn man erneut in ein Risikogebiet fährt. Bein Kindern, die vor Ende des 2. Lebensjahres geimpft wurden, sollte man schon nach 5 Jahren auffrischen.

Schwangere dürfen übrigens nicht geimpft werden.


Die Gelbfieberimpfung ist eine Lebendimpfung, das heißt, dass sie mit abgeschwächten Erregern durchgeführt wird. Die Nebenwirkungen sind die typischen Impfreaktionen, die man auch von anderen Impfungen kennt (Arm tut weh, leichte Grippesymptome). In sehr seltenen Fällen wurden schwere neurologische Nebenwirkungen festgestellt (diese zwar eher bei älteren Personen über 60 Jahren, aber auch bei Säuglingen unter 9 Monaten).


Noch ein wichtiger Hinweis: Die Gelbfieberimpfung muss entweder mit anderen Impfungen zusammen geimpft werden oder benötigt anschließend einen Abstand von 4 Wochen zur nächsten Impfung.


Die Kosten für die Impfung (meist zwischen 70 und 120 Euro) können in der Regel bei den Krankenkassen eingereicht werden.



Tollwut


Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr jemals an Tollwut erkranken werdet, auch wenn ihr euch nicht impfen lasst, ist gering. Aber es besteht eine gar nicht so geringe Möglichkeit, dass ihr mal einen "Tierkontakt" habt, der vielleicht nicht so schön ist.

Stellt euch vor, eure Kinder streicheln eine der vielen süßen Katzen, die am Strand in Thailand oder Marokko herumliegen. Alles ist erst ganz harmlos, aber plötzlich heult euer Kind auf und hat eine kleine Wunde. Die Katze ist natürlich abgehauen.

Wahrscheinlich hat das Tier nichts. Aber ganz sicher seid ihr nicht.

Und spätestens dann kann der Urlaub ziemlich stressig werden, denn auch die Ärzte, die ihr aufsucht, können sich nicht sicher sein, dass das Tier ok war. Also braucht euer Kind dann eine aktive und passive Tollwutimpfung, die nicht überall verfügbar ist. Möglicherweise brecht ihr euren Urlaub schleunigst ab, um zuhause alle notwendigen Medikamente zu bekommen. Auf jeden Fall eine sehr unschöne Situation.


Tollwut ist nicht heilbar und zu fast hundert Prozent tödlich. Es gibt nur ganz wenige Menschen, die sich infiziert und das ganze überlebt haben. 50 000 Menschen, darunter viele Kinder, sterben im Jahr noch daran.

Die Übertragung findet über den infizierten Speichel des betroffenen Tieres statt. Dieser kommt in Kontakt mit eurem Blut, wenn es euch entweder beißt oder über kaputte Haut leckt. Auch die Schleimhäute sind Eintrittspforten. Eure Kinder sollten also nicht unbedingt mit Hund oder Katze vor Ort feuchte Küsse austauschen.

Wenn man sich infiziert hat, muss innerhalb kürzester Zeit eine aktive und passive Impfung erfolgen ( innerhalb von wenigen Stunden).

Auch wenn jemand geimpft ist, sollte er sich nach Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier an Tag 1 und Tag 3 mit dem aktiven Impfstoff impfen lassen.


Also, wer braucht die Impfung gegen Tollwut?

  1. Tierkontakte (hier sind vor allem Kinder gefährdet)

  2. Kontakt zu Wildtieren und v.a. Fledermäusen (z.B. in bestimmten Höhlen)

  3. einfache Reisebedingungen, Langzeitaufenthalte über 4 Wochen

  4. Reisen in Orte, an denen der medizinische Standard ggf. nicht so hoch ist


Eine Infografik zum Vorkommen der Tollwut findet ihr hier: https://tropeninstitut.de/krankheiten-a-z/tollwut-infografik


Die Impfung ist ab der Geburt zugelassen. Das Impfschema sieht 3 Impfungen vor (Tag 0, Tag 7, Tag 21-28). Für Erwachsene ab 18 Jahren gibt es auch ein Schnellschema (Tag 0, 3 und 7). Eine Auffrischimpfung wird nach 2-5 Jahren durchgeführt, ggf. auch nach Antikörperbestimmung im Blut.

Nebenwirkungen sind die üblichen, häufiger kommt es zu Lymphknotenschwellungen und allgemeinem Unwohlsein. Sehr selten wurden neurologische Nebenwirkungen (Hirn-/Nervenentzündungen) beobachtet.



Meningokokken AWCY


Die Übersicht über die Meningokokkenimpfungen kann sehr verwirrend sein.

Im Impfausweis eurer Kinder findet ihr sehr wahrscheinlich um den ersten Geburtstag herum die Meningokokken-C-Impfung und möglicherweise auch schon die Meningokokken-B-Impfung, die aus 3 Impfungen besteht. Die Meningokokken AWCY-Impfung gibt es in Deutschland nur als Reiseimpfung. Wie kommt das?


Um das zu erklären, hier erstmal ein kurzer Ausflug zum Erreger. Meningokokken sind kugelförmige Bakterien mit dem Namen Neisseria meningitidis. Man unterscheidet je nach Zusammensetzung der Außenkapsel 12 Unterarten (Serogruppen), die mit verschiedenen Buchstaben bezeichnet werden. Die gefürchteten invasiven Meningokokken-Erkrankungen werden vor allem durch die Serogruppen A, B, C, W, X und Y übertragen. Invasiv bedeutet, dass die Erreger in eigentlich sterile Bereiche des Körpers vordringen (Blut und Hirnwasser) und dort gefährliche Infektionen wie die Hirnhautentzündung verursachen können.

In Deutschland sind mittlerweile vor allem die Meningokokken B verantwortlich für die registrierten Fälle (62%) für weitere 34% die Meningokokken AWCY.

In anderen Ländern ist die Verteilung wiederum ganz anders (in Afrika und Australien werden z.B. ein Drittel der Fälle durch den W-Serotypen verursacht).


Insgesamt sind die Erkrankungen in Industrienationen selten (letzte Zahlen für Deutschland liegen bei unter 4 Fällen pro 1 Mio. Einwohner). Da die Erkrankung allerdings sehr schwer verläuft, zu schweren bleibenden Schäden führen kann und immer noch eine hohe Sterblichkeit besteht, halte ich die Impfung für sehr wichtig.


Einer der drei in Deutschland zugelassenen Impfstoff ist bereits ab dem Alter von 6 Wochen zugelassen.

  1. Säuglinge unter einem Jahr erhalten folgendes Impfschema: 1. Impfung ab 6 Wochen, 2. Impfung 2 Monate später, 3. Impfung mit 12 Monaten

  2. Kinder ab 2 Jahren erhalten eine einmalige Dosis, Langzeitdaten zeigen einen Schutz über mindestens 10 Jahre, es wird aber bei erneuter Exposition bereits eine Auffrischung nach 5 Jahren empfohlen. Geimpft werden sollten junge Menschen bis 25 Jahre, danach sinkt das Risiko für eine invasive Meningokokkenerkrankung

  3. Bei Kinder zwischen 12 und 24 Monaten ist die Datenlage nicht ganz klar. Möglicherweise macht hier eine Auffrischimpfung nach 2 Monaten Sinn (Kinder scheinen in diesem Alter noch keine ausreichend lang anhaltende Immunantwort nach der ersten Impfung aufzubauen)


Achtet bei Einreise in bestimmte Länder auf die richtige Dokumentation ( es sollte conjugate vaccine im Impfpass stehen). Diese ist dann in der Regel für 5 Jahre gültig (z.B. Saudi Arabien).


Die Impfung kostet je nach Impfzentrum oder impfendem Arzt um die 70€. Viele Krankenkassen übernehmen sie als Reiseimpfung.



Typhus


Bei Typhus handelt es sich um eine Infektion mit den Bakterien Salmonella typhi (ein Verwandter unserer deutschen Salmonellen). Häufigster Infektionsweg ist die Aufnahme mit verunreinigtem Trinkwasser oder Nahrungsmitteln (v.a. Schalentiere). Es braucht nur eine minimale Infektionsdosis, um sich anzustecken. Nach 1-2 Wochen kommt es zu hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl und Bauchschmerzen, später Durchfällen.

Als Risikogebiete gelten Südostasien, Afrika und Südamerika - vor allem, wenn man dort unter einfachen Bedingungen reist und isst.


Als Impfstoff kommen ein parenteraler (Spritze) und ein oraler (Schluck-)Impfstoff in Frage. Interessant zu wissen ist, dass es keinen hundertprozentigen Schutz gibt, sondern dieser zwischen 55 und 67% liegt. Ihr solltet also immer auch die typische "Cook it, peel it or forget it" - Regel beachten (mehr dazu an anderer Stelle).


  1. Der Schluckimpfstoff (Lebendimpfstoff) wird an den Tagen 1-3-5 gegeben. Die Wirksamkeit tritt 1-2 Wochen nach der Impfung ein. Es besteht eine Effektivität (Schutz) von etwa 67%. Die Schutzdauer beträgt ungefähr 3 Jahre. Die Zulassung besteht allerdings erst ab dem vollendeten 5. Lebensjahr. Als Nebenwirkungen treten vor allem Magendarmbeschwerden auf.

  2. Der Impfstoff, der gespritzt wird, ist bereits ab einem Alter von 2 Jahren zugelassen. Es handelt sich um eine einmalige Impfung mit einem Totimpfstoff mit einer Schutzrate von etwa 55%. Auch hier hält der Schutz für 3 Jahre. Nebenwirkungen sind die üblichen (Schwellung, Rötung, Schmerzen am Arm, leichtes Unwohlsein).


Cholera (+ ETEC)


Bei der Cholera handelt es sich ebenfalls um eine Durchfallerkrankung, die vor allem über verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel übertragen wird. Die Infektion führt zu starken Durchfällen und Flüssigkeitsverlusten. Sie tritt vor allem in ärmlichen Gegenden in Afrika, Südamerika und Indien auf.


Empfohlen wird der Schluckimpfstoff nur bei Langzeitaufenthalten unter schlechten hygienischen Bedingungen, da ansonsten das Risiko Reisender für eine Ansteckung recht gering ist (medizinisches Personal, Katastrophenhilfe).


Wenn sie nötig ist, gibt es in Deutschland zwei Impfstoffe:


  1. Impfung mit einem Totimpfoff (hilft auch gegen ETEC, das häufig für Reisedurchfall verantwortlich ist): Zugelassen ab 2 Jahren

    1. Alter 2 - 5 Jahre: 3x eine Impfdosis mit Abstand von mindestens einer Woche, Auffrischung nach maximal 6 Monaten

    2. Alter ab 6 Jahren: 2x eine Impfdosis mit Abstand von mindestens einer Woche, Auffrischung nach maximal 2 Jahren

  2. Impfung mit einem Lebendimpfstoff: Zugelassen ab 2 Jahren

    1. einmalige Impfung, zu Auffrischimpfungen gibt es keine Herstellerinformation


Die Nebenwirkungen beinhalten nur leichtes allgemeines Unwohlsein bzw. Verdauungsbeschwerden.


Die Kosten für die Choleraimpfung liegen um 100 € und werden ggf. von der Krankenkasse übernommen.



Japanische Encephalitis


Die Japanische Encephalitis ist eine Virusinfektion und wird durch überwiegend nachtaktive Stechmücken übertragen. Risikogebiete sind Südostasien, Japan, China, Südkorea, Teile Indiens, Sri Lanka und vermehrt auch der Südpazifik und das nördliche Australien.

Saison hat das Virus vor allem zwischen Mai und Oktober, in den Tropen aber auch ganzjährig.


Bei der Impfung muss man einige Dinge bedenken:

  1. Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch oder nur mit leichten grippeähnlichen Symptomen. Von denen, die Symptome entwickeln, erleidet jeder 250. einen schweren Verlauf mit neurologischen Symptomen wie Meningismus, Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen. Von diesen Patienten stirbt etwa ein Drittel und 30-50% überleben mit schweren neurologischen Schäden. Ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf ist das Alter über 65 Jahre.

  2. Gefährdet sind Personen, die in aktuelle Ausbruchsgegenden reisen, einen Langzeitaufenthalt planen oder sich in der Nähe von Reisfeldern oder Schweinezuchtbetrieben aufhalten. Allerdings zeigen neue Daten, dass die meisten Infektionen (70%) bei Kurzzeitaufenthalten auftraten.

  3. Der Impfstoff ist sehr gut verträglich.


Das Risiko, dass ihr oder eure Kinder euch infiziert und gleichzeitig einen schweren Verlauf erleidet, ist also recht gering. Grade bei Reisen unter 4 Wochen ist also zu überlegen, ob ihr euch impfen lassen wollt oder nicht. Das Robert-Koch-Institut ist relativ großzügig mit der Indikationsstellung, da der Impfstoff sehr gut vertragen wird und einen guten Impfschutz bietet.


Der Impfstoff gegen das JE-Virus ist ab 2 Monaten zugelassen. Kinder bis 3 Jahre bekommen eine kleinere Impfdosis als Erwachsene.

Empfohlen werden zwei Impfungen im Abstand von 4 Wochen und einer Auffrischimpfung (bei anhaltendem oder wiederholtem Risiko) nach einem Jahr. Anschließend besteht ein Schutz für mindestens zehn Jahre.

Die Nebenwirkungen sind insgesamt gering ausgeprägt (Schmerzen an der Einstichstelle, Schwellung, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen).


Die Impfung kostet pro Impfdosis etwa 115 Euro und wird von vielen Krankenkassen als Reiseimpfung übernommen.


Dengue-Fieber


Das Dengue-Virus ist das häufigste Virus, das weltweit durch Stechmücken übertragen wird. War es lange nur in tropischen und subtropischen Regionen und dort vor allem in Städten beheimatet, breitet es sich nun, nicht zuletzt bedingt durch den Klimawandel, immer weiter aus. Betroffen sind vor allem Mittel- und Südamerika, Süd- und Südostasien und Teile Afrikas, manchmal aber auch schon Südeuropa (v.a. durch eingeschleppte Mücken).

In der Regenzeit gibt es mehr Mücken und damit auch mehr Denguefälle. Städte bieten durch künstliche Wasseransammlungen (in Blumentöpfen, alten Reifen etc.) ideale Brutbedingungen.


Die Inkubationszeit beträgt meist 5-7 Tage. Rund 3/4 der Infektionen verlaufen asymptomatisch oder mit milden Symptomen. Dengue kann aber auch deutlich schwerere Verlaufsformen zeigen - unter anderem ist es als "Knochenbrecherfieber" bekannt. Dann beginnt die Infektion meist plötzlich mit hohem Fieber, starken Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Dazu können Übelkeit und Erbrechen kommen. Charakteristisch sind zudem Augenschmerzen. Blutungen können in Form von Nasen- oder Zahnfleischblutungen auftreten, aber auch in den inneren Organen einschließlich des Gehirns, was unbehandelt zum Tod führen kann (Sterblichkeit beim unbehandelten Dengue 20%). Kinder haben ein höheres Risiko für schwere Verläufe als Erwachsene.


Mit der Impfung ist es allerdings nicht so ganz einfach: Die STIKO empfiehlt sie nämlich erst, wenn man eine im Labor bestätigte Dengue-Virus-Infektion durchgemacht hat. Der Grund dafür ist, dass das Denguevirus in mehreren leicht unterschiedlichen Varianten auftritt (wir erinnern uns an Covid). Der letzte Impfstoff wirkte leider nicht gegen jede dieser Varianten gleich gut. Das führte dazu, dass man gegen einige Untertypen geschützt war und entsprechende Antikörper gebildet hatte, gegen andere aber nicht. Wenn man sich nun mit letzteren ansteckte, wurde beobachtet, dass es durch die bestehenden Antikörper gegen die anderen Unterarten eher zu einer Verstärkung und tendenziell schwereren Verlaufsformen kam, sodass die Impfung für zuvor nicht erkrankte eher nachteilig war.

Seit 12/22 gibt es nun einen etwas anders aufgebauten Impfstoff, bei dem noch nicht bekannt ist, ob er sich so verhält wie der alte. Daher ist die Empfehlung weiterhin, sich erst nach durchgemachter Dengue-Infektion impfen zu lassen.


Da es hier aber unterschiedliche Meinungen unter Fachleuten gibt, besprecht das Thema am besten mit einem Reisemediziner oder eurem Arzt, falls es für euch aktuell sein sollte.


Die Impfung mit dem neuen Impfstoff selbst ist für Kinder ab 4 Jahren zugelassen und besteht aus zwei Impfungen im Abstand von 3 Monaten. Die Nebenwirkungen sind die üblichen und fallen in der Regel mild aus.


Die Kosten betragen etwa 110 Euro pro Impfung.


Chikungunya-Virus


Dieses Virus wird wieder durch tagaktive Stechmücken übertragen, insbesondere im südlichen und östlichen Afrika, auf dem indischen Subkontinent und in Südostasien. Auch hier gibt es viele milde Infektionen, aber auch schwerere Verläufe mit hohem Fieber und starken Gliederschmerzen. Dabei können die Gelenkschmerzen bei 5-10 % der Betroffenen über Monate und Jahre persistieren

Erst Anfang 2025 wurden zwei Impfstoffe gegen das Virus entwickelt. Einer von ihnen darf bei Jugendlichen ab 12 Jahren angewandt werden. Es handelt sich um eine einmalige Impfung. Die Verträglichkeit wird als gut eingestuft.

Die Impfung ist noch relativ frisch und wird sicherlich noch nicht flächendeckend geimpft. Auch hier empfiehlt sich eine Rücksprache mit eurem Arzt oder eurer Ärztin, ob die Impfung für euch infrage kommt.




Quellen:







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Über mich

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Hallo, ich bin Julia! Erst seit unsere erste Tochter auf der Welt ist, hat uns so richtig das Reisefieber gepackt - und nun schreibe ich über Urlaub mit (kleinen) Kindern und viel zu wenig Urlaubstagen. Als Ärztin liegt mir außerdem besonders das Thema sicheres und gesundes Reisen am Herzen!

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