Mückenschutz für Kinder
- Julia

- 26. Juni 2025
- 4 Min. Lesezeit

Mücken – diese kleinen Biester und ihre Stiche können einem den Urlaub ganz schön vermiesen. Nicht nur in tropischen Gebieten – dort gilt es aber, besonders vorsichtig zu sein, weil durch Mücken viele verschiedene Erkrankungen übertragen werden.
Grade wenn man sich für kleinere Kinder über Repellents informiert, wird man schnell verunsichert: Da liest man von unterschiedlichen Wirkstoffen, irgendwas mit Prozentzahlen, fraglich wirksamen pflanzlichen Mitteln und dann noch von Warnungen vor Unverträglichkeiten.
Zunächst einmal sollte man sich auch nicht nur auf Mückenschutzmittel verlassen, sondern kann auch noch ein paar andere Hinweise beachten. Dabei sollte man bedenken, dass es Mücken gibt, die tagsüber aktiv sind (wie die Aedesmücken, die Gelbfieber oder Dengue übertragen) und solche, die überwiegend in den Abendstunden und in der Nacht stechen (die Anophelesmücke, die die Malaria überträgt).
Kleidung
Empfohlen werden lange und helle (aber nicht knallig weiße) Kleidungsstücke, da dunkle Farben die Mücken stärker anlocken. Auch Blumenmuster sollten vermieden werden.
Möglicherweise lohnen sich bei häufigen Reisen industriell imprägnierte Kleidungsstücke (Schutz hält für immer)
Alternativ kann die Kleidung selbst imprägniert werden, dazu eignen sich Permethrin-haltige Sprays (z.B. NoBite Kleidung ®, hält ca. 2-3 Wochen)
Moskitonetz
wenn ihr nicht sicher sein könnt, dass es vor Ort ein intaktes Moskitonetz gibt, solltet ihr überlegen, selbst eins mitzubringen
diese gibt es bereits imprägniert (Haltbarkeit ca. 5 Jahre) - durch das Imprägnieren können die Mücken nicht auf dem Netz landen und gelangen nicht an Körperstellen, die direkt unter dem Netz liegen
es gibt auch sogenannten "Verdünnerlösungen", in denen man ein Netz einweichen und somit auch imprägnieren kann (Schutz ca. 4 Wochen)
Weitere Tipps
vor dem Schlafen Duschen - Mücken mögen keinen Schweißgeruch
Klimaanlagen - die kalte, trockene Luft wirkt abschreckend
Mückenschutzmittel/ Repellents
Wenn ihr Mückenschutzmittel nutzt, solltet ihr daran denken, dass die Dauer des Sonnenschutzes abnimmt. Empfohlen wird das Auftragen des Repellents 20 Minuten nach dem Sonnenschutzmittel.
Es gibt Mittel mit verschiedenen Wirkstoffen - die wichtigsten sind DEET, Icaridin und EBAAP (letzteres ist für (Fern-)Reisende vernachlässigbar, wird aber der Vollständigkeit halber gleich kurz vorgestellt). An pflanzlichen Mitteln hat sich in Studien eigentlich nur das Öl des Zitroneneukalyptus bewährt, das viel angepriesene Citronella-Öl hat allenfalls eine begrenzte Wirksamkeit.
Die Wahl des Mückenschutzmittels hängt nicht zuletzt davon ab, wo man Urlaub macht. Fährt man nach Skandinavien oder Schottland, braucht man in der Regel nicht so einen zuverlässigen Schutz als wenn man in die Tropen oder gar in ein Malariagebiet fährt.
DEET (Di-Ethyl-Toluamid): z.B. NoBite®, Anti Brumm® Forte/ Tropical
"Goldstandard" in den Tropen
wirkt über einen Geruchsmantel, der uns tarnt und die Mücken abstößt - sie nehmen uns dann nicht mehr als leckeren Proteinsnack wahr
30% oder 50% beschreibt nicht die Wirkstärke, sondern ähnlich wie bei der Sonnenmilch die Wirkdauer (diese ist von vielen Faktoren abhängig, beträgt aber etwa:)
20% etwa 1-3 Stunden
30% etwa 5 Stunden
50% etwa 8-10 Stunden
Nebenwirkungen: Hautrötungen oder Blasenbildung
sollte nicht auf Schleimhäute kommen
Achtung - kann das Kunststoffmaterial von Uhren, Flip Flops etc. angreifen
Kinder ab 3 Jahren können problemlos mit 30% DEET behandelt werden
in den USA und England wird die Verwendung nach dem vollendeten 2. Lebensmonat (!) empfohlen, in Frankreich und Kanada nach dem vollendeten 6. Lebensmonat
DEET 10 % wird laut Herstellerempfehlung z.B. in NoBite® Kids (zusammen mit dem Wirkstoff Icaridin) schon ab einem Jahr empfohlen. Denkt hier aber an die wirklich kurze Wirkdauer
das Spray bitte nicht den Kindern ins Gesicht sprühen, sondern erst auf eure Hände geben und dann im Gesicht verteilen
Teilweise klingen die unterschiedlichen Produkte einer Marke täuschend ähnlich, haben aber ganz unterschiedliche Wirkstoffe. Passt da bitte wirklich auf, was drinsteckt. Beispiel:
Anti Brumm® Forte: DEET 30%
Anti Brumm® Kids Sensitive: Icaridin
Anti Brumm® Ultra Tropical: DEET 50%
Anti Brumm® Naturel: Citriodora Öl
Schwangere und Stillende:
Es ist wie immer: keiner mag sich so richtig äußern.
laut der Expositionsprophylaxe des Auswärtigem Amts ist DEET grundsätzlich empfehlenswert
je höher das Risiko für bestimmte durch Mücken übertragene Erkrankungen in einem Land ist, desto wichtiger ist ein adäquater Mückenschutz
Icaridin:
Wirkmechanismus ähnlich wie bei DEET - wir riechen unattraktiv für die Mücken
Wirkdauer insgesamt etwas kürzer als bei DEET 50%, max. 8 Stunden
wirkt sehr gut gegen Zecken und Malariamücken
weniger Hautirritationen - ggf. bei empfindlicher Haut besser geeignet
Deutschland: generelle Empfehlung Kinder über 2 Jahre
laut Herstellerempfehlungen auch häufig schon Kinder über einem Jahr
keine Einschränkungen in Schwangerschaft und Stillzeit
EBAAP (Ethylbutylacetylaminoproprionat oder IR3535):
höchstwahrscheinlich müssen wir uns diesen langen Namen nicht merken - der Wirkstoff ist nicht mit DEET und Icaridin zu vergleichen
kann bei Bienen, Wespen und Sandflöhen von Vorteil sein
häufiges Nachsprühen alle 3 Stunden
wegen sehr guter Verträglichkeit teilweise erhältlich für Kinder ab dem 2. Lebensmonat
PMD/ Zitroneneukalyptusbaumöl
einziges pflanzliches Mittel, das eine gute Wirksamkeit in Studien aufweist
vergleichbar mit Icaridin
keine Daten bei Kindern, daher erst ab 3 Jahren empfohlen
wird in Kanada empfohlen, wenn man auf die "üblichen" Stoffe allergisch reagiert
Was hilft NICHT:
Knoblauch
Vitamin B 12
Mückenschutzarmbänder
elektronischer Mückenschutz
Citronellakerzen
Begrenzte Wirksamkeit:
Citronella-Öl - kann unterstützend wirken und die Mücken teilweise verscheuchen
als einziges Repellens in den Tropen nicht geeignet
Zusammenfassung:
Wie ihr seht, ist die Frage nach dem perfekten Mückenschutz nicht ganz leicht zu beantworten. Jemand mit einer total unempfindlichen Haut wird vielleicht eher zu DEET-haltigen Mitteln greifen, selbst wenn es am Reiseziel keine Malaria gibt und das Risiko für andere durch Mücken übertragene Erkrankungen auch noch recht gering ist.
Jemand, der zu schnellen Hautproblemen neigt, wird beim gleichen Reiseziel eher zu dem pflanzlichen Spray greifen, das besser verträglich ist.
Man kann zuhause auch durchaus erstmal testen, welches Mittel man verträgt, indem man es auf eine kleine Hautstelle aufträgt und schaut, wie die Haut reagiert.
Wenn ihr allerdings in Hochrisikogebiete reist, solltet ihr den Mückenschutz wirklich ernst nehmen. Im Zweifel ist die Malaria für eure Kinder gefährlicher als fast alle Nebenwirkungen der Repellents. Natürlich gibt es ja auch noch die Malariaprophylaxe - dazu an anderer Stelle mehr. :)


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